Abnabelung
Doppeltes Abbinden der Nabelschnur nach erfolgter Geburt, um das Kind vom sogenannten Mutterkuchen (-> Plazenta) zu trennen. Anschließend wird die Nabelschnur zwischen den beiden Abbindungsstellen durchtrennt.
Abnahme (des Nabelschnurblutes)
Punktion der Nabelschnur-Vene mit einer sterilen Nadel und anschließendes Überleiten des Nabelschnurblutes in einen sterilen Blutbeutel (siehe auch Abnahme-Anleitung). Der Punktions-Vorgang ist mit einer normalen Blutabnahme aus einer Arm-Vene vergleichbar.
Abstoßungsreaktion
Immunabwehr gegen eventuelle immunologisch fremde (=unverträgliche) Transplantatzellen.
Allogen
Immunologisch fremde Zellen, die von einer anderen Person (= "Spender") stammen. Lösen immer (außer bei eineiigen Zwillingen) unterschiedlich starke -> Abstoßungsreaktionen aus.
Autolog
Immunologisch idente Körperzellen, die vom Patienten selbst (oder aus seiner Nabelschnur) stammen. Keinerlei -> Abstoßungsreaktionen möglich.
Aufbereitung
Die Nabelschnurstammzellen werden im Labor von anderen Blutzellen abgetrennt und für den sachgerechten Einfriervorgang vorbereitet.
CD34
Die Bezeichnung für ein bestimmtes Antigen (= Eiweißmolekül), das an der Oberfläche von unreifen Stammzellen zu finden ist. Wichtig zur Bestimmung der -> Zellzahl von Stammzellen.
Eigenspende
Nennt man die Gewinnung von körpereigenen (= -> autologen) Zellen, wie z. B. Nabelschnurstammzellen, zur eventuellen späteren Verwendung für den Spender.
Frühabnabelung
Nennt man ein möglichst frühes Abbinden der Nabelschnur nach erfolgter Geburt.
Dies hat den Vorteil für das Kind, dass es seltener, und im gegebenen Fall, zu einer milderen Form der Neugeborenen-Gelbsucht kommt.
Genome
Die Gesamtheit aller Erbinformationen. Entspricht der Summe aller Chromosomen einer Zellen.
Gewebesicherheitsgesetz
Regelt in Österreich die korrekte Herstellung und Lagerung von Blutprodukten (auch des Nabelschnurblutes).
Gesetzliche Grundlagen
Die gesetzliche Genehmigung nach dem Gewebesicherheitsgesetz ist in Österreich Basis für den offiziell genehmigten Umgang mit Stammzellen und garantiert behördlich überprüfte Korrektheit aller Verarbeitungsschritte und deren Lagerung. Firmen und Institue, welche nicht über diese Genehmigung verfügen, sind defacto nicht berechtigt die Nabelschnurblutabnahme und Lagerung in Österreich durchzuführen.
Inline-Verfahren
Laborprozesse, die in hermetisch abgeschlossenen Systemen ablaufen, ohne dass sie mit der Umwelt in Kontakt kommen. Solche Verfahren garantieren maximale Sicherheit vor möglichen Verunreinigungen.
VitaCord arbeitet mit einem solchen Inline-Verfahren.
In vitro Expansion
Vermehrung von Stammzellen im Labor unter Wahrung der wesentlichen Eigenschaften von Stammzellen. Es ist heute bereits möglich, Knochenmark-Stammzellen auf das bis zu 30-fache zu vermehren. Bei Nabelschnurstammzellen rechnet man mit noch besserer Invitro-Expansionsfähigkeit. Das bedeutet, dass Nabelschnurstammzell-Therapien auch bei Erwachsenen mit weit mehr als 40 Kilogramm Körpergewicht grundsätzlich möglich sind.
Immunogene Zellen
Zellen des Immunsystems, die im Körper vielfache Abwehrvorgänge (u. a. gegen Infektionserreger oder Krebszellen) einleiten und durchführen können. Sie besitzen häufig auch eine hohe -> Proliferationsfähigkeit.
Knochenmark
Struktur im Zentrum unserer Knochen. Das so genannte "rote Knochenmark" ist zuständig für die kontinuierliche Blutneubildung. (d.h. den benötigten Nachschub an roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen zu bilden).
Kontamination
Verunreinigung durch Bakterien, Viren oder andere Umweltbestandteile.
Kontamination muss z. B. bei der Nabelschnurblut-Abnahme und -Lagerung durch geeignete Maßnahmen, wie das -> Inline-Verfahren, strikt verhindert werden.
Kooperationsvertrag
Vertrag über Zusammenarbeit. VitaCord hat Kooperationsverträge mit renommierten Spitälern, in denen Geburtshilfe angeboten wird. Das garantiert den reibungslosen Ablauf der Nabelschnurblutabnahme und Transport zu VitaCord. Firmen, die nicht über solche Verträge verfügen, sind defacto nicht berechtigt, die Nabelschnurblutabnahme in Österreich durchzuführen.
Kryokonservierung
Sachgerechtes Tieffrieren von Stammzellen mittels flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius, um sie korrekt über einen langen Zeitraum lagern zu können und für einen späteren Gebrauch aufzubewahren (siehe -> Langzeit-Lagerung).
(Langzeit-)Lagerung
von Stammzellen mittels flüssigem Stickstoff. Die Lagerfähigkeit von Knochenmarkstammzellen und Blutstammzellen wurde über 40 Jahre gezeigt. Die Lagerfähigkeit von Nabelschnurstammzellen über die Spanne eines gesamten Menschenlebens gilt als technisch problemlos durchführbar.
Nabelschnur
"Lebensschnur" zwischen Mutterkuchen (= -> Plazenta) und Kind in der Gebärmutter (=Uterus). Über diese Vene wird das mit Sauerstoff und Nährstoffen angereicherte Blut von der Mutter über die Plazenta zum heranwachsenden Kind gebracht. Durch die Nabelschnurarterie pumpt das kindliche Herz das Blut wieder zurück zur Plazenta. Die Nabelschnur wird unmittelbar nach der Geburt abgebunden und anschließend durchtrennt.
Plazenta
= Mutterkuchen. Jener Teil in der Gebärmutter, mit dem der Embryo über die Nabelschnur verbunden ist. Die Plazenta ist somit Verbindungsstelle zur Mutter und gleichzeitig Filter für Schadstoffe aus dem mütterlichen Blutkreislauf.
Punktion (der Nabelschnurvene)
Ist der Vorgang, bei dem das Nabelschnurblut abgenommen wird. Dieser Einstich in die Nabelschnurvene ist vergleichbar mit einer herkömmlichen Blutabnahme aus der Armvene.
Proliferationsfähig
= teilungs- und wachstumsfähig. Die Proliferationsfähigkeit der Stammzellen bedeutet somit ihre Möglichkeit, sich zu vermehren und sich bei Bedarf in unterschiedlichste Gewebszellen weiterzuentwickeln.
Regenerative Medizin
In Entwicklung begriffene Sparte der Medizin, bei der es darum geht, aus Stammzellen Gewebe und Organteile neu zu züchten.
Stammzellen
Teilungsfähige, unreife ("primitive") Zellen, die in der Lage sind, weitere Vorläuferzellen von diversen Geweben zu bilden. z.B.: blutbildende Stammzellen, mesenchymale Stammzellen, neuronale Stammzellen. Kommen im -> Knochenmark, oder -> Nabelschnurblut vor.
Nabelschnurstammzellen sind frei von jenen genetischen Schäden, die Menschen im Laufe ihres Lebens durch Alterungsprozess und Umwelteinflüsse erwerben.
Stammzellen-Therapien
Medizinische Verfahren, bei denen -> Stammzellen aufgrund spezieller Eigenschaften zur Behandlung von Krankheiten angewendet werden. Z. B. Stammzellen-Transplantation bei bösartigen Erkrankungen, Dendritische Stammzellen zur Infektions-/Tumorbekämpfung, Gewebeneubildung bei Herzinfarkt, M. Parkinson. etc.
Stammzellen-Vorsorge
Dabei werden Stammzellen aus dem menschlichen Körper gewonnen und für einen eventuellen späteren Einsatz - Langzeitlagerung im flüssigem Stickstoff - aufbewahrt. Sie können dann für eine -> Stammzell-Therapie Verwendung finden.
Telomere
Chromosomenabschnitte einer Zelle, die für die Fähigkeit der Zellteilung (Selbsterneuerung) notwendig sind. Die Verkürzung der Telomer-Abschnitte durch wiederholte Zellteilungsvorgänge ist unmittelbarer Ausdruck des Alterns einer Zelle.
Validierung
Ist die Endkontrolle beim Kryokonservierungsprozess. Dadurch wird bestätigt, dass alle Verarbeitungsschritte und der Tieffriervorgang korrekt abgelaufen sind.
Vitalität
Vital bedeutet lebend. Vitalität ist die Tatsache, dass die tiefgefrorenen Stammzellen nach dem Auftauen wieder "leben" und somit sinnvoll verwendbar sind. Die Vitalität der Stammzellen nach dem Einfriervorgang wird durch spezielle Tests gemessen.
Zellzahl
Im Zusammenhang mit Nabelschnurblut bezeichnet die Zellzahl die Gesamtzahl an -> Stammzellen. Sie wird in -> CD34-positiven Zellen pro Mikroliter angegeben. Die Zellzahl ist eine wichtige Berechnungs-Voraussetzung für spätere Anwendungen.
Zertifikat
Urkunde von VitaCord, in der Name von Mutter und Kind, Abnahmedatum sowie die -> Zellzahl der tiefgefrorenen Nabelschnurstammzellen vermerkt sind.
Zytologie
Wissenschaft von den Eigenschaften und Lebensbedingungen der Zellen aller Lebewesen.
04/13(daru)